Ehm. Passauer Hof, Ybbs an der Donau (Niederösterreich)

Ich habe schon in einem früheren Beitrag erwähnt, dass das Hochstift Passau in vielen Städten Niederösterreichs, vor allem entlang der Donau, Wirtschafts- und Weinlese-Höfe unterhielt. Auch in Ybbs an der Donau gibt es einen solchen Passauer Hof, und wie in vielen anderen Orten zählt er auch hier zu den bemerkenswertesten Bauten der Stadt.

Das äußere Erscheinungsbild des Baus, aber auch die Raumaufteilung im Inneren, sind heute stark von neuzeitlichen Umbaumaßnahmen, vor allem des 19. Jahrhunderts, geprägt. Der Baukern allerdings reicht bis ins 13. Jahrhundert zurück. Wie bauarchäologische Untersuchungen gezeigt haben , bestand die Anlage ursprünglich aus einem rechteckigen Saalbau mit Turm und Kapelle. Vergleichbare Bau-Ensembles lassen sich auch bei anderen Passauer Höfen des Mittelalters nachweisen. Offenbar handelte es sich also um eine Art Standardtypus für diese sowowhl funktionalen wie auch repräsentativen Bauten.

Allerdings sind in Ybbs sowohl der Turm als auch die Kapelle so gut wie vollständig zerstört, ihre spärlichen Reste weitgehend unsichtbar im späteren Um- und Zubauten aufgegangen. Prominent sichtbar ist hingegen noch der zweigeschossige Saalbau: An der zur Donau hin gelegenen Fassade sind im ersten Obergeschoß noch eine rundbogige Tür und zwei spitzbogige Biforen-Fenster deutlich zu erkennen. Besonderes Augenmerk verdienen die Mittelsäulen der Fenster mit ihren eleganten frühgotischen Kelchknospenkapitellen. Vor allem diese architektonischen Detailformen sind es auch, die eine relativ präzise Datierung des Baus in die Jahre um 1230 erlauben. Der Passauer Hof in Ybbs ist damit einer der wenigen aus der Babenberger-Zeit erhaltenen Profanbauten in Österreich und, soweit bekannt, das älteste Gebäude in der Stadt Ybbs.

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As already mentioned in a previous post, the bishops of Passau kept administrative buildings in Austrian cities, especially along the Danube. Dating to c. 1230, the Passauer-Hof [Passau Court] in Ybbs an der Donau is one of the oldest of them to survive. Its most notable feature are two windows with finely worked Early Gothic bud capitals on the first floor level.

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