Haus „Schwarz am Berg“, Althofen (Kärnten)

In meinem letzten Beitrag war die Rede von den niederösterreichischen Besitzungen des Hochstifts Passau. Nun, was den Passauer Bischöfen die ertragreichen Weinbaugebiete an der Donau waren, das war für ihre Salzburger Amtskollegen in gewisser Weise der lukrative Bergbau im heutigen Kärnten. Vor allem der bedeutende Eisenabbau in der Innerkrems und am Hüttenberger Erzberg war seit dem Mittelalter fest in bischöflicher Hand. In der Folge entstanden in diesen Bergbauregionen eine ganze Reihe von Salzburgischen Wirtschafts- und Verwaltungsgebäuden, von denen aus die bischöflichen Beamten das Bergwesen kontrollierten.

In Althofen war es das so genannte Haus „Schwarz am Berg“, das als Pfleghof der Salzburger Erzbischöfe diente. Das erst 1993 zur Stadt erhobene Althofen war – neben Friesach und St. Veit an der Glan – im Mittelalter einer der wichtigsten Umschlagplätze für das Hüttenberger Eisen. Im Jahr 1268 wurde es erstmals als Markt genannt, zehn Jahre später erhielt der Ort das Recht, Mauern und Befestigungen zu errichten. Wohl aus annähernd der selben Zeit stammt auch das Haus „Schwarz am Berg“: Der Kern des Baus lässt sich ins 13./14. Jahrhundert datieren. Was den Eindruck des Gebäudes heute bestimmt, sind jedoch die Adaptierungen aus der Zeit der Renaissance, insbesondere die prominente Außentreppe, die zum hochgelegenen Eingang führt. Ihr oberer Absatz wird von einer fast südländisch anmutenden Laube überspannt – der Dehio spricht von einer „baldachinartige[n] Eingangsloggia“. Direkt über der Tür ist mit der Zahl 1540 die Entstehungszeit dieses Bauteils benannt.

Abgesehen davon, dass sie Schutz vor Regen, aber auch vor starker Sonneneinstrahlung bot, ist diese Loggia aber wohl durchaus auch als eine Art Statussymbol zu verstehen. Die repräsentative Eingangsgestaltung zeugt deutlich von der Bedeutung des Gebäudes, seiner Besitzer und seiner Bewohner. Eine Bedeutung, die aber im Übrigen schon allein durch die Lage innerhalb des Orts offensichtlich ist: Das Haus „Schwarz am Berg“ liegt am Berghang direkt unterhalb der Kirche, die den höchsten Punkt des Orts einnimmt. Bei geöffneter Kirchentür könnte man vermutlich sogar direkt von der Eingangsloggia aus in das Gotteshaus hineinsehen…

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As the building in my last post, the so called House „Schwarz am Berg“ in the small town of Althofen (Carinthia) once served as a place of episcopal administration. Ever since the Middle Ages it had been owned by the archbishops of Salzburg who controlled Carinthia’s prospering mining industry. Today, however, the building is not so much characterised by its medieval core, but rather by its fine Renaissance loggia, dated 1540.

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