Filialkirche Hl. Cyriakus, Haidkirchen (Kärnten)

Kärntner Spezialität – Kappel am Krappfeld (2)

Wenn von Kärntner Spezialitäten die Rede ist, werden die meisten wohl gleich an die (zumindest innerhalb Österreichs) bekannten Kasnudeln denken. Aber auch architektonisch hat Kärnten die eine oder andere regionale Besonderheit zu bieten, und dazu zählen Dächer aus Steinplatteln. Wie der Name schon sagt, handelt es sich dabei um kleine, zu Plättchen gespaltene Steine, die traditionell zum Decken von vor allem Kirchendächern verwendet wurden. Gegenüber den herkömmlichen, hölzernen Dachschindeln haben Steinplatteln den Vorteil, nicht nur wetterbeständiger, sondern überdies auch feuerfest zu sein. Dem stehen allerdings die höheren Herstellungs- bzw. Anschaffungskosten entgegen, weshalb sie vielerorts im 20. Jahrhundert durch kostengünstigere moderne Baumaterialien ersetzt wurden.

Dennoch findet man in Kärnten nach wie vor zahlreiche mit Steinplatteln gedeckte Dächer, insbesondere an den in der Regel denkmalgeschützten Kirchen. Ein Beispiel wäre etwa die letztens hier behandelte Kirche von Sankt Klementen. Ganz besonders prägnant wirken die Steinplatteln aber bei dem unweit davon gelegenen Kirchlein in Haidkirchen, wie Sankt Klementen ein Ortsteil der Gemeinde Kappel am Krappfeld. Hier, in Haidkirchen, ist nicht nur das Dach des romanischen Langhauses, sondern auch der hölzerne Dachreiter mit Steinplatteln gedeckt – oder besser gesagt: überzogen. Denn die kleinen steinernen Plättchen sind nicht bloß auf die Spitze des Dachreiters beschränkt, vielmehr umhüllen sie auch dessen Seitenwände und lassen dadurch einen eigenartigen Eindruck entstehen: Fast scheint es, als wäre der turmartige Aufsatz mit der schuppigen Haut einer Schlange umhüllt.

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A speciality of traditional Carinthian architecture is the use of so-called Steinplatteln – small stone discs – to cover the roofs of buildings, especially churches. Though more expensive than the more common wood shingles, Steinplatteln have the advantage of being not only weather- but also fireproof. A particularly interesting example for the use of this material is the small church of Haidkirchen where the stone discs cover not only the spire but also the sides of the ridge turret – so that in the end its appearance resembles the scaly skin of a snake.

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2 Antworten zu Filialkirche Hl. Cyriakus, Haidkirchen (Kärnten)

  1. zeichenundspuren schreibt:

    Was für ein Stein ist denn das? Erinnert ein bißchen an die Schieferverkleidungen zb. in Thüringen, die gibt es dort an zahlreichen Kirchen und Hauswänden – Schiefer wurde vor der Haustür abgebaut (Thüringer Schiefergebirge)

    • c. n. opitz schreibt:

      Ja, soweit ich weiß sind das Schieferplättchen (und ich denke, bei anderen Gesteinsarten wäre auch das mit dem Spalten wesentlich schwieriger).
      Gerade mit dem Hinweis auf Thüringen sind diese Kärntner Schieferdeckungen auch ein schönes Beispiel dafür, wie sehr traditionelle Bauformen oft schlicht und einfach von den Möglichkeiten lokal vorhandener Materialien bestimmt werden – und wie es manchmal in sehr unterschiedlichen Regionen zu erstaunlich ähnlichen Varianten kommt, wenn das vorhandene Material ein ähnliches ist.

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