Verkaufspavillon, Weißkirchen (Steiermark)

Im steirischen Weißkirchen, unweit von Judenburg, gibt es so einige sehenswerte alte Gebäude aus Frühneuzeit, Biedermeier und Gründerzeit, aber was mich dort am meisten angesprochen hat, war wieder einmal ein eher unscheinbarer Alltagsbau aus der Nachkriegszeit.

An einer Straßenkreuzung am Rand des Dorfkerns liegt dieses kleine ebenerdige Gebäude, das ich in der Überschrift etwas behelfsmäßig als Verkaufspavillon bezeichnet habe. Heute beherbergt es zwei Geschäftslokale, nämlich einen Friseursalon sowie den Schauraum eines Elektrofachhändlers, und auch ursprünglich dürfte es dazu gedacht gewesen sein, Verkaufsräume aufzunehmen. Zur Zeit seiner Entstehung – ich vermute in den 1950er Jahren – stellte es einen für die Region wohl neuartigen Bautyp dar, einen reinen kommerziellen Zweckbau, der sich von den althergebrachten Greißlerläden und Handwerkslokalen in den Erdgeschossen traditioneller Bürgerhäuser deutlich unterschied. Auch die architektonische Gestaltung mit dem elegant geschwungenen, vorkragenden Flachdach bricht mit lokalen Bautraditionen und stellt damit eine zwar schlichte, aber dezidiert moderne Bauweise zur Schau. Wie gesagt, ein unscheinbares Gebäude, aber doch irgendwo auch ein markanter Bote einer Zukunft, die mittlerweile auch schon längst wieder vergangen ist.

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