Kirchenbefestigung, Untergreutschach (Kärnten)

Wo ich gerade schon bei eher ländlichen Wehranlagen war, hier gleich noch eine davon, diesmal eine Kirchenbefestigung. Solche als Kirchenburgen bekannten Anlagen findet man ja an einigen Orten in Kärnten, aber auch in der Steiermark und vereinzelt im Salzburgischen – im Grunde überall dort, wo im 15. Jahrhundert die Osmanen bei ihren wiederholten Einfällen hinkamen und wo es daher ein erhöhtes Verteidigungsbedürfnis gab. Als eines der bemerkenswertesten Beispiele kann St. Martin in Untergreutschach gelten. Die Kirche selbst stammt vom Anfang des 14. Jahrhunderts, gegen Ende des Mittelalters wurde sie dann mit den noch bestehenden Befestigungen umgeben.

Eine rund vier Meter hohe Ringmauer umschließt in Form eines unregelmäßigen Polygons Kirche und Friedhof. An zweien der Ecken ist sie durch die für mittelalterliche Wehranlagen so charakteristischen Rundtürme verstärkt. An der Ostseite schützt(e) ein massiver Torbau den Eingang.

Was die Anlage in Untergreutschach so besonders macht, ist aber der Umstand, dass sich hier auch viele der hölzernen Teile erhalten haben, namentlich die Wehrgänge an der Innenseite, die stellenweise sogar noch mit hölzernen Dachschindeln gedeckt sind. Man vergisst ja oft, welch große Rolle Holz im Mittelalter als Baumaterial spielte, und zwar nicht nur bei Bauernhöfen und dergleichen, sondern gerade auch bei Stadthäusern und Wehrbauten. Aufgrund seiner Brennbarkeit wurde es aber häufig später durch feuerbeständigere Werkstoffe ersetzt, sofern es nicht ohnehin einem Brand zum Opfer fiel.

In Untergreutschach aber lässt sich noch ein hervorragender Eindruck davon gewinnen, wie so eine als Holz-Stein-Kombination errichtete Befestigung aussieht. Auch wenn der kleine Ort jetzt nicht so direkt an der Autobahn gelegen ist, sollte man sich daher einen Besuch dort nicht entgehen lassen, wenn man gerade in Ostkärnten unterwegs ist. Der kleine Umweg lohnt sich auf jeden Fall, und als zusätzliches „Zuckerl“ gibt es im Karner bei der Kirche auch noch Fresken aus dem 14. Jahrhundert zu sehen…

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