Pfarrkirche St. Nikolaus, Hüttenberg (Kärnten)

Im viel beworbenen (und durchaus sehenswerten) Kärntner Landkrimi, der vergangene Woche im ORF lief, diente die alte Bergbaugemeinde Hüttenberg als Schauplatz des Geschehens – was mich daran erinnert hat, dass ich eigentlich schon lange einen Post über die dortige Pfarrkirche schreiben wollte…

In der Gegend um Hüttenberg – dem oberen Görtschitztal – wurde bereits in der Antike Bergbau betrieben, der Ort selbst wird allerdings erst im Spätmittelalter urkundlich erwähnt. Ab dem 14. Jahrhundert scheint er dann auch als Markt auf und 1492 wurde ihm schließlich von Kaiser Friedrich III. ein eigenes Wappen verliehen. In diese Zeit der wirtschaftlichen Blüte und Prestigezunahme fiel offenbar auch der spätgotische Neu- oder Ausbau der Pfarrkirche: Einer ihrer Strebepfeiler trägt die Jahreszahl 1491. Durch spätere Um- und Zubauten, nicht zuletzt auch durch notwendige Reparaturen nach diversen Bränden hat das Gebäude jedoch viel von seinem mittelalterlichen Charakter eingebüßt und präsentiert sich heute als sonderbare Mischung aus Gotik, Klassizismus und Improvisation. Die markantesten Elemente aus der Spätgotik, die noch erhalten sind, finden sich im Westbereich der Kirche: Das ist zum einen im Inneren die Empore mit dem bemerkenswertem Netzrippengewölbe darunter, zum anderen das aufwändig gestaltete Hauptportal.

Das spitzbogige Kirchentor wird von einem reich profilierten Gewände mit abschließendem Krabbenbesatz gerahmt. Darüber setzt sich der architektonische Dekor in Form von Blendmaßwerk und Fialen fort, eine Art der Gestaltung, die auch an anderen Kärntner Kirchen des späten 15. Jahrhunderts begegnet und manchmal als Gesprengeportal bezeichnet wird. Zwei der Fialen haben allerdings keinen Unterbau und erinnern daher an Baldachinbekrönungen, sodass man unterhalb eigentlich Heiligenfiguren erwarten würde. Stattdessen sind dort jedoch Wappenschilde angebracht, deren Symbolik auf die Welt des für Hüttenberg so wichtigen Bergbaus verweist.

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