Pfarrhof, Strögen (Niederösterreich)

Es gibt Gebäude, die zwar keinerlei besonderen architektonischen Schmuck aufweisen, allein aufgrund ihrer Größe und Lage aber doch zu beeindrucken vermögen: Der Pfarrhof von Strögen ist eines davon. Der kastenartige Bau aus dem 17. Jahrhundert zeigt nach außen eine einfache, glatt verputzte Fassade, aber wie er da auf einer Anhöhe über der Kleinen Taffa thront, das macht schon irgendwie etwas her. Die Anhöhe dürfte im Übrigen nicht natürlichen Ursprungs sein; vielmehr handelt es sich wohl um die Erdsubstruktionen einer längst verschwundenen hochmittelalterlichen Burganlage. Seit dem Spätmittelalter ist an dieser Stelle auch die dem nahe gelegenen Stift Altenburg unterstehende Kirche von Strögen nachgewiesen.

Der heutige Kirchenbau stammt im Kern wohl aus dem 15. Jahrhundert, wurde jedoch ebenfalls im 17. Jahrhundert erneuert und verändert. Es handelt sich um eine jener früher gar nicht so seltenen Kirchen, die sich nicht innerhalb eines Dorfes befinden, sondern deutlich außerhalb der Ortschaft auf freiem Feld. Gemeinsam mit dem ummauerten Friedhof, dem Pfarrhof und einem anschließenden Meierhof mit zum Teil ebenfalls noch frühneuzeitlichen Wirtschaftsgebäuden bildet die Kirche ein weithin sichtbares geschlossenes Bauensemble. In ihrer Gesamtheit erinnert die Anlage daran, dass Kirche und Pfarrhof in früheren Jahrhunderten nicht nur ein geistiges Zentrum darstellten, sondern in der Regel auch ein Zentrum von Verwaltung und Landwirtschaft.

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