Rathaus, Vorau (Steiermark)

Bleiben wir noch ein wenig in Vorau, doch diesmal mit einem Kontrastprogramm zum bunt bemalten Gartenhaus aus dem vorigen Post: Das Vorauer Rathaus zeigt eine vollkommen glatte, weiß verputzte Fassade, lediglich die Fenster in einfachen Renaissancerahmungen lockern die einheitliche Fläche ein wenig auf. Seine Wirkung erzielt das Gebäude quasi ausschließlich durch seine imposante Lage am höchsten Punkt des Dorfes und durch seine auffällige Form mit den beiden zinnenbesetzten Giebeln.

Ein Bau also, der wie geschaffen scheint, um als obrigkeitliches Repräsentationsgebäude zu dienen. Tatsächlich aber ging das Rathaus erst 1846 in Gemeindebesitz über und hatte davor verschiedene Besitzer und Funktionen. Die genaue Baugeschichte ist nicht im Detail geklärt, sicher scheint jedoch, dass die über dem Portal angebrachte Jahreszahl 1453 nicht auf die heutige Baugestalt bezogen werden kann. Vielmehr geht diese auf das späte 16. Jahrhundert zurück: 1569 (oder unmitelbar danach) wurden zwei an dieser Stelle befindliche Häuser vereinigt und durch die noch bestehende Doppelgiebelfassade zusammengefasst. Die eigentlich aus dem Bereich des Wehrbaus stammenden Zinnen wurden dabei als reines Zier- und Repräsentationselement eingesetzt und veranschaulichen den gehobenen, geradezu herrschaftlichen Anspruch des Bauherrn. Dieser wird in den Quellen als Herr Propst bezeichnet – leider konnte ich nicht herausfinden, ob es sich dabei um einen Eigennamen handelt oder ob nicht doch einfach der Propst von Stift Vorau gemeint ist…

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