Wohn- und Geschäftshaus, Stockerau (Niederösterreich)

Nachdem es schon im vorigen Post um ein Apothekerhaus ging, hier gleich noch eines: Das auffällige, blau gestrichene Haus am Rand des Stockerauer Rathausplatzes beherbergt seit seiner Errichtung im Jahr 1908 eine Apotheke. Das repräsentativ gestaltete Gebäude in bester Lage wurde von Friedrich Kleibl (1856–ca. 1927), einem Schüler Theophil Hansens, entworfen. Kleibl wirkte fast ausschließlich in Wien, hatte jedoch schon in den 1890ern zwei Bauten in Stockerau realisiert. Waren diese – ein Schul- und ein Postgebäude – noch ganz der Formensprache des Historismus verschrieben, so griff er ein Jahrzehnt später bei dem Wohn- und Geschäftshaus am selben Ort auf den damals aktuellen Jugendstil zurück.

Allerdings setzte Kleibl auch die Jugendstilformen ganz im Sinne des Historismus nur als oberflächlichen Dekor ein, der über eine konventionell aufgebaute, symmetrische Fassade gelegt wurde. Die hauptsächlich florale Dekoration nimmt zur Mitte hin zu und kulminiert am Erker über der zentralen Einfahrt. Bei der Gestaltung der drei Giebelaufsätze variierte der Architekt verschiedene organisch anmutende Formen, wobei der linke Giebel als Kombination der beiden anderen gelesen werden kann. So entstand eine Fassade, die sich letztlich vor allem durch Ausgewogenheit hervortut: Sie ist modern, aber nicht zu modern, in den Details abwechslungsreich, in den Grundzügen aber doch symmetrisch und einheitlich.

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